Rundreise von der Normandie bis in die Bretagne

Nun endlich ist es soweit! Das Warten hat ein Ende…
Ich bin in den letzten Wochen so oft darauf angesprochen worden, was man sich denn in Frankreich unbedingt ansehen müsste.
Wie ihr wisst, sind wir ja nicht unbedingt die Städtereisenden. Und das man mal nach Paris fahren sollte, ist irgendwie klar. Aber sonst so? Wir lieben das Meer. Und wir lieben das Meer, wenn es nicht lauwarm ist und man förmlich in der Sonne eingeht.

Nach den Waldbränden in diesem Jahr in Griechenland und der Hitzewelle unter anderem in Südfrankreich und Italien sehnen sich viele Urlauber nach gemäßigterem Klima und sind vielleicht auch „d’accord“ damit, dass es mal den einen oder anderen Regentag geben kann oder man ein wenig Überwindung benötigt, wenn man sich in die kalten Wellen stürzt.

Aber man wird dafür belohnt. Man wird belohnt mit ganz außergewöhnlichen Landschaften, ein wenig mehr Ruhe und Idylle als in Südfrankreich oder auf Mallorca. Und ist es nicht das, was Urlaub ausmachen soll?
Ruhe, Entspannung, die Kultur eines anderen Landes genießen, frische Luft tanken und „detoxen“.
Ja ja, ich weiß immer diese Trendwörter. Versprochen, ich verzichte darauf. Wenn ihr mir denn glaubt, dass die Küsten in Frankreichs Westen nicht minder schön, als die der Côte d’Azur.

Mir ist schon klar, wenn ich euch davon überzeugen will, mal nach Frankreich zu fahren (trotz der Sprache, der Maut, und und und) dann muss ich auf meine Liste eben gerade die bekannten und berühmten TOP Orte setzen. Die, die in jedem Reiseführer oder Bildband zu finden sind.
Aber für deine Reiseroute musst du keine Karten und Reiseführer wälzen. Ich nenne dir meine persönlichen Favoriten und habe entlang der Route sicherlich auch noch den einen oder anderen Tipp für dich parat, der so in keinem Buch steht.

Und wenn nach euren ersten Rundreise das Feuer erst einmal entfacht ist, dann macht euch doch mit all den Orten und Reisezielen vertraut, die nicht in den Reiseführern stehen und entdeckt mit mir viele andere bezaubernde Reiseziele in Frankreich.

So, genug gesagt. Dann legen wir mal los.

Wir lassen in Frankreichs Norden die wunderbare Opalküste hinter uns und auch die einmalige Somme Bucht. Ich finde hier von uns aus in NRW kann man „mal eben“ in diese schönen Regionen fahren und ein paar angenehme Tage oder eine Woche Erholung am Stück genießen.
Für die Rundreise durch Normandie und Bretagne jedoch, mit den bekanntesten Orten, fangen wir direkt etwas südlicher an.

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1. Etappe – Die Region Seine-Maritime

Veules-les Roses

Entfernungen:
830 km von Hamburg
750 km von Hannover
530 km von Köln
700 km von Frankfurt
695 km von Stuttgart
910 km von München

Unser erstes Highlight ist der pittoreske Ort Veules-les-Roses. Der als eines der schönsten Dörfer Frankreichs ausgezeichnete Ort imponiert mit imposanten Kreidefelsen, die die Normandie und das Departement Seine-Maritime so besonders machen. Veules-les-Roses besticht zudem durch einen zauberhaften Ortskern lauter alter Fachwerkhäuser und der „Veules“, einem kleinen Fluss der sich durch die Ortschaft zieht und in den Ärmelkanal mündet. Zudem könnt ihr bei Ebbe auch etwas Sandstrand genießen, was für die Region sonst eher untypisch ist.

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2. Etappe – Die Alabasterküste

Étretat und Pont du Normandie
Entfernung 57 km – Fahrtzeit 1 Stunde

Nur wenige Kilometer weiter erreichen wir das bekannte Étretat. Touristisch sehr gut besucht, gibt es am Rande des Ortskerns große Parkplätze. Nutzt diese, oder besucht die Ortschaft in den frühen Morgen- und Abendstunden, ihr tut den Einheimischen damit einen großen Gefallen.
Bekannt wurde Étretat durch seine besonderen Kreidefelsen die auf den blauen Ärmelkanal treffen.
Die drei „Tore“ aus Kreidefelsen mit dem sogenannten „Elefantenrüssel“ ragen wirklich einmalig ins Meer. Die Grotte der Matrosen und die oberhalb gelegen Gärten von Étretat runden das Naturschauspiel noch ab.

Weiter geht es auf der Rundreise. Zwischen Le Havre und Honfleur und damit auch zwischen den beiden Departements Seine-Maritime und Calvados liegt die Seine, die in den Ärmelkanal mündet.
Überquert die Seine unbedingt mit Hilfe der Pont du Normandie. Diese besondere und größte Schrägseilbrücke Europas ist eine Überfahrt auf jeden Fall wert. Bei der Nutzung der Brücke wird eine Maut in Höhe von aktuell 4 Euro fällig, die ihr unbedingt investieren solltet.

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3. Etappe – Calvados

Honfleur, Deauville und Trouville
Entfernung 45 km – Fahrtzeit 50 Minuten

Ein weiteres touristisches Highlight wartet in Honfleur auf euch. Buntes Fachwerk aus dem 17. Jahrhundert, der alte Hafen (Le Vieux Port) und zahlreiche schmackhafte Restaurants machen diese kleine Örtchen zu einem bezaubernden Reiseziel. Zahlreiche Maler hatten sich aufgrund dieser Schönheit im 19. Jahrhundert in Honfleur niedergelassen.

Besonders bei Reitsportlern bekannt und beliebt ist Deauville. Das mondäne Örtchen hat eine wunderschöne Strandpromenade und bietet mit der Pferderennbahn und Filmfestspielen einen Hauch Exklusivität.
Im benachbarten Trouville kann man die von der Fischerei eintreffenden Kutter beobachten und direkt am Hafenbecken frischen Fisch und Meerestiere kaufen oder direkt eine Auster wegschlürfen (wer es sich denn traut).

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4. Etappe – Pays d’Auge

Beuvron-en-Auge
Entfernung 47 km – Fahrtzeit 40 Minuten

Das Departement Calvados wartet mit den drei großen „C“ auf: Calvados, Cidre und Camembert.
Reist ihr im Frühjahr an, kommt ihr im Hinterland, dem Pays d’Auge in den Genuss der zahlreichen Streuobstwiesen und der Apfelblüte. Eines der schönsten Dörfer Frankreichs ist das kleine Dorf Beuvron-en-Auge, welches im 12. Jahrhundert gegründet wurde und mit außergewöhnlichen Fachwerkhäusern daherkommt. Auf Touristen eingestellt finden sich im Ort kleine Direktverkäufer mit den leckersten Marmeladen und Apfelgelees, im Herbst findet ein großes Cidrefest statt.

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5. Etappe – La Manche

Utah Beach und Omaha Beach
Entfernung 120 km – Fahrtzeit 1 Stunde 20 Minuten

Ein Besuch der Alliiertenstrände gehört sicherlich zu einer Rundreise entlang der schönsten Küsten dazu.
Die bekanntesten Orte an den Alliiertenstränden sind Utah Beach und Omaha Beach.
Museen und Soldatenfriedhöfe erinnern daran, wie am 6. Juni 1944 zigtausend Soldaten an den normannischen Stränden landeten, um für die kommenden Monate die Streitmächte Hitlers zu bekämpfen. Bekannt unter dem militärischen Manövers „Overlord“.

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6. Etappe – Übergang Normandie Bretagne

Le Mont-Saint-Michel
Entfernung 138 km – Fahrtzeit 1 Stunde 40 Minuten

Le Mont-Saint-Michel ist sicherlich eines der bekanntesten Ausflugsziele in Frankreich. Zu Recht! Das bekannte Kloster auf dem Berg ist den stärksten Gezeiten in Europa ausgesetzt. Über eine lange Zufahrt kann man die Insel im Meer erreichen. Und dass zu Fuß, mit dem Rad (in den Sommermonaten), mit der Pferdekutsche oder mit einem der regelmäßig verkehrenden Shuttle.
Bei Ebbe sind zudem drei abwechslungsreiche Wanderwege zugänglich und bieten die Möglichkeit aus verschiedenen Perspektiven tolle Fotos vom berühmten Mont-Saint-Michel zu schießen.

Um das Erlebnis des sich langsam nähernden Wassers zu beobachten, sollte man nach Möglichkeit zwei Stunden vor Tide-Höchststand am Mont Saint-Michel sein. An wenigen Tagen und für wenige Stunden im Jahr, dann wenn der Koeffizient 110 übersteigt, ist der Zugang zum Mont-Saint-Michel aufgrund der Wasserhöhe nicht möglich. Mehr zu Gezeiten, Koeffizienten und Tideständen kannst du hier nachlesen.

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7. Etappe – Die Smaragdküste

Saint-Malo und Dinard
Entfernung 54 km – Fahrtzeit 54 Minuten

An der sogenannten Côte d’Emeraude erwarten dich die benachbarten Orte Saint-Malo und Dinard. Saint-Malo ist durch seine eindrucksvollen Sturmfluten im Frühjahr bekannt. Wenn sich das Meer an den Häuserfronten der ehemaligen Festungsstadt bricht, werden für die Promenade Begehungsverbote verhängt, zu groß ist die gewaltige Kraft des Meeres.
Dinard ist im Vergleich lieblicher und weniger rau, dafür betört Dinard aber als Seebad der Pariser mit zahlreichen Villen im Jugendstil.
Benachbarte Orte Saint-Lunaire oder Saint-Jacut-de-la-Mer, sind hervorragenden für eine kleine Pause geeignet. Legt doch hier einen erholsamen Strandtag ein, um euch von den Strapazen der Rundreise ein wenig zu erholen und die nächsten Etappen in Angriff zu nehmen.

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8. Etappe – Die Smaragdküste II

Cap Fréhel und Cap Erquy
Entfernung 40 km – Fahrtzeit 53 Minuten

Was mag es Schöneres geben, als das Gefühl als mitten auf ein tosendes Meer hinab zu schauen. Das geht an der Smaragdküste direkt zweimal. Landschaftlich so schön gelegen bieten die beiden Caps die Möglichkeit eine grandios weite Aussicht auf den Ärmelkanal zu erhalten. Vorausgesetzt natürlich das Wetter bietet klare Sicht. Das Cap Fréhel besteht aus Sandstein, der besonders in der Abendsonne ein betörendes Bild ergibt. Mit einer Höhe von 70 Meter ist es die große Schwester des Cap d’Erquy, welches eine Höhe von 60 Metern hat und ebenfalls aus rosa Sandstein besteht. Diese beiden besonderen Falaise de Grès rose sollten auf eurer Tour eingeplant werden. Am Cap Fréhel findet sich auch das Fort La Latte, eine der berühmtesten Burgen der Bretagne, welche besichtigt werden kann. Kommt ihr im Juli und August zur Heideblüte werdet ihr an beiden Caps mit einer schier unglaublichen Farbenpracht belohnt.

Bitte beachtet bei der Anfahrt auf die Ausweichparkplätze unterhalb des Caps d’Erquy auszuweichen. Auf dem Fußweg zum Cap warten schöne Einkehrmöglichkeiten zur Stärkung auf euch (ich empfehle die kleine Crêperie Moulerie au Jardin genau gegenüber der Parkplätze mit einem ganz zauberhaften Außenbereich, herrlich).

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9. Etappe – Bucht von Saint-Brieuc

Pléneuf-Val-André und Klippen von Plouha
Entfernung 74 km – Fahrtzeit 1 Stunde 6 Minuten (bis Plouha)

Auf unserem Weg weiter westlich lohnt sich ein kleiner Zwischenstop im Badeort Pléneuf-Val-André. Eine große Badebucht mit Wassersportmöglichkeiten und pittoreske kleine Villen aus dem 20. Jahrhundert prägen das Stadtbild. Pléneuf-Val-André ist für einen schönen Strandspaziergang, das Flanieren an der Promenade, Golf oder ein wenig Wellness wie gemacht.

Wir queren anschließend die Bucht von Saint-Brieuc und fahren den Pointe von Plouha an.
Hier wartet wieder eine Landzunge in schwindelerregender Höhe darauf erkundet zu werden. Diesmal kannst du die Aussicht in einer Höhe von 104 Metern genießen. Die Felsen ziehen sich über eine Distanz von 14 km, die über den bekannten GR34 gerne erwandert werden und immer wieder andere Aussichten und Perspektiven auf die Bucht von Saint-Brieuc bieten. Hast du ein wenig Zeit mitgebracht und unternimmst eine kleine Wandertour? Mache doch eine Verschnaufpause am Plage Bonaparte. Die hinter einem Felsentor gelegene Badebucht lohnt einen kleinen Abstecher.

Magst du noch tiefer in die Bretagne reisen? Dann lese hier wie es weiter geht.

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