aktualisiert am 29. Dezember 2025
Dieser hinter der Bucht von Morlaix angrenzende Teil der Bretagne ist landschaftlich äußerst eindrucksvoll und insgesamt etwas rauer. Das nördliche Finistère ist von Landwirtschaft und Fischerei geprägt, man trifft auf typisch bretonische Häuser und auf vom Wetter gegerbte Bevölkerung. Die Einheimischen sind direkt, aber auf ihre besondere Art und Weise ebenso herzlich.
Mondäne Villen, wie in Perros-Guirec wirst du in Roscoff und an der sogenannten Sandküste nicht finden. Dafür ist aber auch der Tourismus ruhig und entspannt, man trifft auf viele Familien am Strand und kann die Ruhe die diese Region ausstrahlt genießen.
Die sogenannte Côte des Sables liegt im Osten der Bretagne, Highlight dieser Region ist sicherlich der pittoreske Hafenort Roscoff und ein ganz besonders schöner Strandabschnitt (aber dazu später mehr).
Anfahrt nach Roscoff und zur Île de Batz
Roscoff liegt im Norden der Bretagne, gut erreichbar über Straße, Bahn oder Fähre – je nachdem, von wo du anreist.
Von den größeren Städten der Bretagne wie Brest oder Morlaix erreichst du Roscoff in etwa 1 bis 1,5 Stunden. Die Straßen sind gut ausgebaut, die Landschaft unterwegs wunderschön: grüne Felder, kleine Dörfer und immer wieder Ausblicke auf das Meer. Parkplätze in Roscoff sind in der Hauptsaison begrenzt, deshalb lohnt es sich, früh morgens anzukommen oder Parkplätze etwas außerhalb des Ortskerns zu nutzen. Viele Parkplätze liegen direkt am Hafen – ideal, wenn du die Fähre zur Île de Batz nehmen möchtest.
Tipps für einen Besuch in Roscoff
Eine ursprüngliche Bebauung mit einem traumhaften Ortskern wartet bei einem Besuch von Roscoff auf dich. Bist du in dieser Region unterwegs mache auf jeden Fall für eine Tag hier Halt. Im Ortskern kannst du dich in einem der zahlreichen Restaurants stärken, du kannst in den kleinen Boutiquen Seifen, Souvenirs, Schokoladen oder leckere Biobrote einkaufen, am Hafen kannst du den Fischersleuten bei ihrer Arbeit zusehen oder du nimmst die Fähre zur Ile de Batz. Auch, oder besonders gerade bei regnerischem Wetter ein schöner Halbtagesausflug.
- lecker Essen gehen kannst du unter anderem in diesen zwei Restaurants, die es auf unsere Empfehlungsliste geschafft haben: die Pizzeria Kastell Treaz und das wirklich außergewöhnliche Bistro „Les Bricoles“ mit wunderbaren modernem Ambiente und einer leckeren Fisch- und Fleischgerichten (bitte unbedingt einen Tisch reservieren).
- Flanieren durch den Ort und die schöne Architektur des Ortes einfach auf sich wirken lassen. Einmal über die Brücke bis zum Fähranleger zur Île de Batz ist dabei auf jeden Fall Pflicht.
- Süßwaren bis zum Abwinken gibt es in der Maison George Arnicol, mit einer riesigen Auswahl an Schokoladen und anderen süßen Köstlichkeiten.
- An kalten Tagen unbedingt im Salon de thé bei einem warmen Getränk aufwärmen, zum Beispiel in der „Pause Café“ auf der Rue Amiral Réveillère.
- Die Kinder bei Laune halten mit einer Runde Kinder-Karussell fahren am Hafen.
Der Hafen von Roscoff ist weit mehr als nur ein Anlegepunkt für Fähren. Von hier aus starten Verbindungen zur Île de Batz, aber auch nach Großbritannien und Irland. Dadurch herrscht im Hafen eine besondere, leicht internationale Stimmung, ohne dass es hektisch wird. Es ist spannend, den unterschiedlichen Schiffen zuzusehen – vom kleinen Fischerboot bis zur großen Fähre – und dabei einfach auf einer Bank zu sitzen und das Kommen und Gehen zu beobachten. Besonders am frühen Morgen oder in den Abendstunden entfaltet der Hafen seinen ganz eigenen Charme.
Die Île de Batz – ein Traum zum Entspannen
Von Roscoff aus kannst du die Fähre zur Île de Batz nehmen. Die Fähre fährt etwa alle 60 Minuten und legt bei Flut direkt am Kai ab, bei Ebbe musst du etwa 5 Minuten Fußweg über die Mole in Kauf nehmen. Die Fahrtzeit beträgt nur etwa 20 Minuten und kostet insgesamt 11,00 € für die Hin- und Rückfahrt. Bitte reserviere in der Hauptsaison dein Ticket vorab.
Wer das Besondere sucht, sollte die frühen Morgenstunden zur Anfahrt wählen: Wenn die ersten Fähren vom Festland ablegen, ist die Insel noch fast menschenleer. So kannst du die Île de Batz in aller Ruhe genießen, die Natur beobachten und ungestört die kleinen Strände erkunden.
Die Île de Batz ist (bis auf die Monate Juli und August) touristisch nicht zu stark frequentiert. Und so kannst du wunderbar für ein paar Stündchen die Seele baumeln lassen und schöne Wanderungen oder Radtouren unternehmen.
Die Île de Batz ist klein genug, um sie wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erkunden, und genau darin liegt ihr besonderer Reiz. Autos sind hier nur vereinzelt unterwegs, stattdessen bestimmen schmale Wege, Steinmauern und der Blick aufs Meer das Bild. Ein schöner Rundweg führt einmal um die gesamte Insel und eröffnet immer wieder neue Perspektiven: kleine Sandbuchten, felsige Küstenabschnitte und geschützte Plätze, an denen das Meer fast karibisch wirkt – zumindest farblich. Je nach Gezeiten verändern sich die Strände ständig, sodass man selbst bei mehreren Besuchen immer wieder neue Ecken entdeckt.
Und auch wenn in Roscoff das Wetter etwas verregnet ist, kann es sein, dass dich auf der Insel strahlender Sonnenschein erwartet.
Ein besonderes Highlight der Insel ist der Jardin Georges Delaselle, ein exotischer Garten, der dank des milden Mikroklimas Pflanzen aus aller Welt beherbergt. Palmen, Kakteen und seltene Gewächse wachsen hier nur wenige Meter vom Meer entfernt – ein überraschender Kontrast zur sonst so rauen Bretagne.
Natürlich kann man auf dieser kleinen Insel auch übernachten. Zum absoluten Abschalten sicherlich ideal. Eine Hand voll Restaurants erwarten dich auf der Insel, sowie zwei kleinere Geschäfte und Direktverkäufe der Fischer.
Badebuchten in der Gemeinde Santec
Der Weg entlang der Küste in westliche Richtung bringt euch zur nächsten Gemeinde Santec.
Mit drei großen Badebuchten kannst du dich – was den Wassersport betrifft – austoben:
- Plage du Pouldu
- Plage du Theven, der im weiteren Verlauf übergeht in den Plages de la Roche et du Staol, sowie dem angrenzenden Plage du Billou
- mit dem Plage de Dossen triffst du auf die weiteste Bucht. Hier kannst du wunderbar spazieren, schwimmen, nach Meeresgetier fischen oder die zahlreichen Strandsegler beobachten.
Bei diesem Anbieter kannst du in der Region unter anderem einen Kurs im Surfen oder Strandsegeln belegen und auch Fahrräder für eine schöne Tour ausleihen.
Der schönste Strand der Bretagne – Plage des Amiets
Unser Herz haben wir allerdings nicht an diesen tollen Strandabschnitt verloren, auch wenn er wirklich schön gelegen ist. Nein, unser Herz gehört dem Plage des Amiets in der Gemeinde Cléder.
Wir haben selten einen schöneren Strandabschnitt erlebt, der aufgrund der Weite ideal für einen schönen Spaziergang ist, oder natürlich für jede erdenkliche Wassersportart und fürs Sandburgen bauen. Bei Ebbe werden im westlichen Teil des Abschnitts Steinformationen vom Meer freigelegt, in denen du Krabben fischen oder Muscheln sammeln kannst, oder einfach nur die Schönheit dieses türkisen Meeres genießen kannst.
Der Strandabschnitt ist im Sommer überwacht, eine WC-Anlage ist installiert und es gibt einen Foodtruck mit leckeren Snacks und natürlich Eis für die Kids!
Am westlichen Ende des Strandabschnitts kannst du ein weiteres altes Wächterhaus, wie oftmals entlang der Küste, entdecken. Das „Corps de garde Lavillo“ wurde in diesem Sommer renoviert und war komplett eingehaust. Aber ich denke auch ohne das Wächterhaus sprechen die Bilder Bände und locken euch an diesen Traumstrand, der der Karibik nur in den Temperarturen nachsteht.
Wandern und Entdecken entlang der Sandküste
Die Côte des Sables eignet sich nicht nur hervorragend zum Baden, sondern auch für entspannte Küstenwanderungen. Anders als an vielen spektakulären Klippenabschnitten der Bretagne ist das Gelände hier überwiegend flach und damit ideal für gemütliche Spaziergänge – auch mit Kindern oder Kinderwagen.
Besonders schön ist der Küstenweg zwischen Roscoff, Santec und Cléder, der immer wieder direkt am Meer entlangführt. Dünenlandschaften, kleine Buchten und weite Strände wechseln sich ab, dazwischen tauchen alte Fischerhäuser, kleine Kapellen oder ehemalige Wachhäuser auf. Immer wieder laden Bänke oder Felsen zum Verweilen ein – oft mit Blick auf das offene Meer oder kleine vorgelagerte Inseln.
Auch der GR34 verläuft durch diese Region, allerdings zeigt er sich hier von seiner sanfteren Seite. Keine steilen Anstiege, dafür viel Weite, Wind und dieses ganz besondere Gefühl, dem Meer ganz nah zu sein. Gerade in den Morgen- oder Abendstunden ist das Licht hier wunderschön und taucht die Sandküste in warme Farben.
Die Côte des Sables mit Kindern – entspannt und familienfreundlich
Was die Region rund um Roscoff, Santec und Cléder besonders auszeichnet, ist ihre Familienfreundlichkeit. Die Strände sind weitläufig, fallen meist flach ins Wasser ab und bieten viel Platz zum Spielen, Rennen und Entdecken. Selbst in den Sommermonaten wirkt hier nichts überfüllt oder hektisch.
Bei Ebbe eröffnen sich wahre Abenteuerspielplätze:
Steinbecken, kleine Wasserläufe und freigelegte Felsen laden Kinder dazu ein, Krabben zu beobachten, Muscheln zu sammeln oder kleine Staudämme zu bauen. Gleichzeitig kannst du als Elternteil entspannt zuschauen, da es keine steilen Abbruchkanten oder gefährlichen Strömungen gibt.
Auch abseits des Strandes ist alles angenehm unkompliziert. Parkplätze befinden sich meist in Strandnähe, es gibt Picknickplätze, einfache Restaurants und Foodtrucks – genau das richtige Maß an Infrastruktur.
Die Sandküste ist kein Ort für Action und Animation, sondern für entschleunigte Urlaubstage, an denen Kinder einfach Kinder sein dürfen und auch wir Großen richtig entspannen können.
Wir lieben diese Ecke der Bretagne wirklich sehr, nicht alleine wegen des Plage de Amiets, der alles vereint was man bei einem Badeurlaub sucht. Wer allerdings mehr Wert auf Infrastruktur und Erlebnisse legt und dem rauen Charme der Steinhäuser und der von Landwirtschaft geprägten Landschaft nichts abgewinnen kann, sollte sich andere Regionen der Bretagne ansehen, wie die rosa Granitküste oder die Halbinsel Quiberon im Morbihan.
