Iroise Küste in der Bretagne

Im äußeren Westen im Departement Finistére findet sich die Iroise-Küste, oder französisch die Côte Iroise. Das Iroise-Meer ist sozusagen die Meeresverbindung zwischen Ärmelkanal und Atlantik. Die Reiseziele erstrecken sich von der Ortschaft Lampaul-Ploudalmezeau bis zur Halbinsel Crozon.
Die Iroise-Küste profitiert von landschaftlich wunderschönen Küstenabschnitten, aber auch wilden in das Meer hineinragenden Landzungen.

Die Region im äußeren Westen – abgesehen von Crozon – ist touristisch eine der unberührtesten und entspanntesten Regionen, die wir bisher kennenlernen durften. Kleine Ortschaften und ruhige Badebuchten laden zum Ausruhen ein. Inseln warten darauf entdeckt zu werden und wunderschöne Leuchttürme können sogar in der Nacht besichtigt werden.

In meinem Blog versuche ich euch so viele Reiseziele wie möglich vorzustellen. Uns hat die Region einfach umgehauen und so hoffe ich, dass der Funke überspringt und du dich für eine Reise ans Festland oder auch auf eine der kleinen Inseln im Iroise-Meer begeistern lässt. Entspannung garantiert!

Le rocher du coq - Landunvez

Île Ouessant und Île Molène – die Inseln im Iroise-Meer

Im Iroise-Meer liegen zwei wunderschöne Inseln, die mit Fähren zu erreichen sind.
Nahe des Festlands findet sich die Île Molène, eine sehr kleine Insel mit 208 Einwohnern. Die Insel kann man an einem Tag ganz wunderbar zu Fuß erkunden, da sie nur 1,2 km lang und 0,8 km breit ist.
Unter anderem von den Orten Le Conquet und Lanildut am Festland legen Fähren ab.

Die Reederei Finist’mer bietet eine Hin- und Rückfahrt (Hinfahrt ab Lanildut um 9:50 Uhr, Rückfahrt ab Molène um 18:25 Uhr) für den Preis von 28,00 Euro für einen Erwachsenen an. Kindertickets ab dem Alter von 4 Jahren kosten 16 Euro, die ganz Kleinen fahren für 3 Euro mit. Auf der 45-minütigen Überfahrt kann man bereits das türkise Meer genießen und mit Glück auch den einen oder andern Seehund entdecken.

Abfahrt unter anderem ab Brest möglich

Die Île Ouessant ist wesentlich größer als die Île Molène, sie ist von mehreren Häfen aus erreichbar. Die Überfahrt von Brest aus dauert etwas über 2 Stunden, eine Anreise mit dem Flugzeug ist neuerdings auch möglich und dauert 15 Minuten.

Mit dem Flugzeug anzureisen halte ich allerdings für ökologisch betrachtet doch grenzwertig. Wobei es bei uns in Niedersachsen ja auch möglich ist nach Juist zu fliegen. Trotzdem bin ich der Meinung, sich bei einer Reise auch für die Anfahrt ausreichend Zeit zu nehmen und diesen herrlichen Teil der Fährüberfahrt zu genießen. Ein idealer Zeitpunkt um den vielleicht noch mitreisenden Arbeitsstress abzuschütteln und mit einem Gefühl der Entspannung in den Urlaub zu starten.

Von der Halbinsel Crozon aus ist ebenfalls eine Anreise möglich, ebenso wie ein Transfer zwischen den Inseln eingerichtet wurde. In Brest und Camaret-sur-Mer stehen kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Da im Ort von Le Conquet die Parkdauer limitiert ist, kann man auf den großen Parking des îles ausweichen. Ein Tagesticket im Sommer kostet 9,00 Euro. Bei längerer Parkdauer reduziert sich der Preis. Inkludiert ist ein Shuttle zum Fähranleger. Außerhalb der Saison (November bis März) entfallen die Parkplatzgebühren, allerdings fährt dann auch kein Shuttle zum Hafen. Für die Überfahrten empfiehlt es sich, etwa eine Stunde vor Abfahrt an der Fähre einzutreffen.

Bei einem Tagesausflug kann man auf den kleinen Inseln herrlich entspannen. Aber auch ein längerer Urlaub auf der Île Ouessant ist möglich. Es steht ein kommunaler Campingplatz zur Verfügung, sowie Ferienunterkünfte und Chambres d’hôtes. Zur Beförderung fahren auf der Insel Shuttlebusse für 2,80 Euro pro Person, es gibt einen kleinen Proxi (ähnlich unserer früheren „Tante-Emma-Läden“ mit allen notwendigen Lebensmitteln), einen Direktverkauf von Fisch und Krustentieren und die Möglichkeit frisches Brot zu kaufen.

Eine ganz besondere Attraktion ist die Überfahrt zur Île Ouessant mit der Compagnie Penn Ar Bed in den Sommermonaten Juli und August. Die, gemeinsam mit dem Parc naturel marin Iroise, organisierten Überfahrten vom Hafen in Conquet bieten gratis Informationen zu Flora und Fauna des Iroise-Meeres an. Eine Sichtung von Seehunden, Delfinen oder sogar Riesenhaien ist dabei möglich.
Die Abfahrt erfolgt jeweils um 9:35 Uhr, die Rückfahrt von der Île Ouessant um 17 Uhr.

Pointe Saint-Mathieu – Land der Leuchttürme

Doch nun wieder zum Festland, denn auch hier warten wunderschöne Strände und magische Orte darauf entdeckt und erkundet zu werden. Kleine beschauliche Badebuchten, ideal für Familien mit Kindern, liegen versteckt zwischen den Felsen. Mehrere Aussichtspunkte wollen bei Sturm erobert werden und offenbaren ein wildes und raues Meer.

Eine Besonderheit der Ferienregion sind einmalige Leuchttürme, die seit Jahrhunderten den Schiffverkehr warnen. Heute mit Elektrizität ausgestattet, sind sie für die Seefahrt unerlässlich, besonders bei einer so zerklüfteten Küstenlandschaft wie der in der Bretagne. Sehenswert sind die Leuchttürme von Trézien, Kermorvan und Saint-Mathieu. Letztere ermöglichen es den Schiffen eine kürzere Route durch das Iroise-Meer zu nehmen und damit zwei Tage Zeit auf dem Meer einzusparen.

Die drei Leuchttürme können bestiegen werden und das Leuchtfeuer von Saint-Mathieu kann im Juli und August sogar in der Nacht besichtigt werden (Reservierung notwendig). Wie ich finde, ein ganz besonderes Erlebnis welches einen in eine magische Zeit zurückversetzt, in der die Leuchtturmwärter abendlich das Feuer anheizen mussten und in der man sich Geschichten von Piraten und Freibeutern erzählte.
Durch die Erbauung des Leuchtturms auf dem Gelände der Abtei Saint-Mathieu de Fine-Terre kann man seine erdachte Schauergeschichte doch ganz wunderbar um die eindrucksvolle Kulisse der Ruine spinnen und im Dunkeln die jüngeren Familienmitglieder unterhalten.

Übernachten mit Blick auf das Leuchtfeuer

Ganz außergewöhnlich gelegen ist die Hostellerie de la Pointe Saint Mathieu. Das Hotel ist mit 4 Sternen ausgezeichnet und die Küchenchefin des Hauses Nolwenn Corre wartet mit einem Michelin Stern auf. Die verschiedenen Menus bestechen natürlich mit Zutaten frisch aus dem Meer, also mit köstlichem Fisch und Meeresfrüchten.

Zu den Hotels in Plougonvelin*

Wer nur auf der Suche nach einer kleinen Mahlzeit ist, der kann aber auch – quasi um die Ecke – ein leckeres Crêpe bestellen. Nur bitte reserviert bei La Crepe Dantel unbedingt einen Tisch vor.

Wandern in der Bretagne

Die gesamte Iloise-Küste bietet sich für Wanderungen an. Durch den Fernwanderweg GR34 kann man die gesamte Küste erwandern. Eine tolle Idee für die bald kommenden Herbstmonate. Informiert euch vorab immer über die Gezeiten. Manche Wege verlaufen entlang des Strandes und sind bei Flut unter Umständen nicht passierbar. In den Tourismusbüros kann man eine Wanderkarte kaufen die 35 Spaziergänge und Wanderungen entlang der Iroiseküste vorstellt. Die Wege sind zwischen 4 und 15 Kilometer lang. Bei uns hatte die Zeit leider nur für kleinere Wanderungen gereicht, besonders in den Sommermonaten will man sich ja auch den einen oder anderen Tag in die Fluten stürzen. Ganz besonders schön für eine Wanderung fanden wir die Küste rund um Landunvez. Einbuchtungen in das Land eröffnen beim Spazieren gehen immer wieder neue Perspektiven und Aussichten auf das Meer.

Wanderweg an der Iroise-Küste

Unsere TOP Empfehlungen für die schönsten Badebuchten

  • Im Norden, bei Lampaul-Ploudalmézeau, gelegen bietet der Plage de Trois Moutons auf hunderten von Metern feinsten Sandstrand. Bei Ebbe zieht sich das Wasser in weite Ferne zurück. Möwen erobern dann die Sandbänke und fischen sich die eine oder andere Delikatesse heraus. Der Strand ist umgeben von einem Dünenschutzgebiet, welches herrlich mit Blumen und Gräsern bewachsen ist. Der Strand eignet sich aufgrund seiner Weitläufigkeit sehr gut für Kitesurfer.

  • Bei Plouarzel (also etwas südlicher gelegen) findet sich der Traumstrand de Ruscumunoc. Ein kleiner Parkplatz direkt in Strandnähe ermöglicht einen kurzen Zugang zum Meer, die Badebucht ist idyllisch zwischen den Felsen gelegen. Auch für Kinder bietet sich diese Bucht zum Schwimmen an, insbesondere bei geringem oder mittelmäßigen Koeffizienten. Achtet hierzu auf den aktuellen Gezeitenkalender, der in der Tourismusbüros erhältlich ist, oder online abgerufen werden kann.
    (Was es genau mit den Gezeiten, Koeffizienten und Tidenhüben auf sich hat, erkläre ich Dir hier.)

Saint-Renan im Finistère

Natürlich bietet die Region der Iroise-Küste neben den schönsten Badebuchten auch Ortschaften im „Hinterland“ an, die den einen oder anderen Ausflug lohnen. Besonders gefallen hat uns Saint-Renan mit seinem mittelalterlichen Ortskern. Alle zwei Jahre im Juli findet dort auch ein kleines Mittelalterfest statt.
In der Maison d‘ Autrefois haben wir den leckersten süßen Crêpe der Welt gegessen, belegt mit warmen Bananen, Ananas, Birnen, garniert mit Schokosoße und Sahne.
Nebenan wartet dann noch eine grandiose Patisserie mit Törtchen und Macarons auf einen Besuch. Himmlisch!

Patisserie Saint-Renan

Festival Esti’vent – Fest der Lenkdrachen

Seit 2016 findet in Porspoder an einem Wochendende im Juli/August ein großes Drachenfest statt. Aus Frankreich, Italien, der Niederlande und aus Belgien reisen Drachenbegeisterte an und lassen ihren besonderen und außergewöhnlichen Drachen steigen. Ein wirklich schönes Schauspiel direkt am Meer. Man kann die Super Marios, Wale, Tintenfische, Kühe und bunten Spiralen bereits aus der Ferne am Himmel schweben sehen.

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